So. Mal wieder Zeit zum Dampf ablassen...
Tolle Demos heute. Hannover und Dresden, die ja so unglaublich (oh, ein Wortspiel...) viele Leute auf der Straße hatten, haben es nicht geschafft, die Aktion "Rote Karte für die KMK" mitzumachen. [Wieso waren die Demos eigentlich bundesweit, wenn dann die einzige bundesweite Aktion nicht überall läuft?, könnten böse Zungen anmerken...]
Hier in Frankfurt war im Vorfeld und auf der Demo selbst die Zusammenarbeit auch außergewöhnlich. Nein, da fehlt kein Adjektiv wie "gut". Denn sich an sowas zu gewöhnen, wo jeder nur den eigenen Bereich im Auge hat und bearbeitet und diverse Organisatoren nicht einmal *das* hinkriegen, das wäre wirklich keine gute Idee.
"Mitdenken - Freude schenken!" sagte früher eine damalige Frankfurter AStA-Vorsitzende. Mittlerweile dürfte leider eher "Mitdenken ist Glückssache..." gelten.
Und wo ich schon bei Wortspielen bin: Was meint eigentlich "autonome AntiFa"? Autonom darin, anderen ihren Willen aufzuzwingen? [Hey, ho, Herrschaftsfreiheit!!! - also, jedenfalls für uns, aber eben auch die Freiheit, andere zu beherrschen...?] Meint autonom etwa: denen, die sich an Absprachen halten wollen, "Spaltung" vorzuwerfen? Oder den Vorwurf "mangelnder Solidarität" an sie zu richten, wenn die werten Damen und Herren des "antikapitalistischen Blocks" auf die Polizei mit Böllern werfen und sich dann empören, dass dafür Leute aus ihren Reihen "abgegriffen" werden und Knüppel zum Einsatz kommen? Oder ist das "antikapitalistisch"?
btw: einerseits gegen den Staat sein, andererseits aber gegen die, die keinen Staat wollen [weil der Staat die Profitmaximierung hindert] sein, das ist mir irgendwie einen Hauch zu dialektisch...
Dann wird auf der Abschlusskundgebung auch noch Empörung geäußert, dass der Anmelder der Demo, der vom "antikapitalistischen Block" während der gesamten Demo immer wieder und wieder in die Bredouille gebracht worden ist, nicht die Demo zum solidarischen Kampf gegen das System (d.h., zur offenbar vorab geplanten Schlägerei mit der "Polente") aufgefordert hat oder zur Gefangenenbefreiung oder wasweißich.
Toll. Wieso wird der Anmelder nicht gleich gebeten, sich öffentlich strafbar zu machen?
Besonders toll dann die selbe Dame auf den Geburtstagsempfang von Marcel Reich-Ranicki in der Paulskirche hinweist. Naaaaain. Nicht, weil das ein Jude ist. GANZ so schlimm nun auch wieder nicht. Sondern wegen Herrn Koch, der da Gast ist. Wiederum böse Zungen würden nun unterstellen: "Guter Jude", der sich von uns inhaltlich besetzen lässt, "weniger guter Jude", der halt "die falschen Freunde" [na klar - die Repräsentanten des Schweinesystems] hat.
Wirklich brilliante "antifaschistische" Dialektik...
PS: Irgendwie habe ich gerade äußerst negative Konnotationen, dass der Ziel-Sprecher vom JP Morgan Chase Corporate Challenge (d.h., coporate-identity-Massenjogging) ständig auffordert, dass die Läufer nochmal "Gas geben" sollen. Manche Floskeln sind einfach situativ unerträglich.
Tolle Demos heute. Hannover und Dresden, die ja so unglaublich (oh, ein Wortspiel...) viele Leute auf der Straße hatten, haben es nicht geschafft, die Aktion "Rote Karte für die KMK" mitzumachen. [Wieso waren die Demos eigentlich bundesweit, wenn dann die einzige bundesweite Aktion nicht überall läuft?, könnten böse Zungen anmerken...]
Hier in Frankfurt war im Vorfeld und auf der Demo selbst die Zusammenarbeit auch außergewöhnlich. Nein, da fehlt kein Adjektiv wie "gut". Denn sich an sowas zu gewöhnen, wo jeder nur den eigenen Bereich im Auge hat und bearbeitet und diverse Organisatoren nicht einmal *das* hinkriegen, das wäre wirklich keine gute Idee.
"Mitdenken - Freude schenken!" sagte früher eine damalige Frankfurter AStA-Vorsitzende. Mittlerweile dürfte leider eher "Mitdenken ist Glückssache..." gelten.
Und wo ich schon bei Wortspielen bin: Was meint eigentlich "autonome AntiFa"? Autonom darin, anderen ihren Willen aufzuzwingen? [Hey, ho, Herrschaftsfreiheit!!! - also, jedenfalls für uns, aber eben auch die Freiheit, andere zu beherrschen...?] Meint autonom etwa: denen, die sich an Absprachen halten wollen, "Spaltung" vorzuwerfen? Oder den Vorwurf "mangelnder Solidarität" an sie zu richten, wenn die werten Damen und Herren des "antikapitalistischen Blocks" auf die Polizei mit Böllern werfen und sich dann empören, dass dafür Leute aus ihren Reihen "abgegriffen" werden und Knüppel zum Einsatz kommen? Oder ist das "antikapitalistisch"?
btw: einerseits gegen den Staat sein, andererseits aber gegen die, die keinen Staat wollen [weil der Staat die Profitmaximierung hindert] sein, das ist mir irgendwie einen Hauch zu dialektisch...
Dann wird auf der Abschlusskundgebung auch noch Empörung geäußert, dass der Anmelder der Demo, der vom "antikapitalistischen Block" während der gesamten Demo immer wieder und wieder in die Bredouille gebracht worden ist, nicht die Demo zum solidarischen Kampf gegen das System (d.h., zur offenbar vorab geplanten Schlägerei mit der "Polente") aufgefordert hat oder zur Gefangenenbefreiung oder wasweißich.
Toll. Wieso wird der Anmelder nicht gleich gebeten, sich öffentlich strafbar zu machen?
Besonders toll dann die selbe Dame auf den Geburtstagsempfang von Marcel Reich-Ranicki in der Paulskirche hinweist. Naaaaain. Nicht, weil das ein Jude ist. GANZ so schlimm nun auch wieder nicht. Sondern wegen Herrn Koch, der da Gast ist. Wiederum böse Zungen würden nun unterstellen: "Guter Jude", der sich von uns inhaltlich besetzen lässt, "weniger guter Jude", der halt "die falschen Freunde" [na klar - die Repräsentanten des Schweinesystems] hat.
Wirklich brilliante "antifaschistische" Dialektik...
PS: Irgendwie habe ich gerade äußerst negative Konnotationen, dass der Ziel-Sprecher vom JP Morgan Chase Corporate Challenge (d.h., coporate-identity-Massenjogging) ständig auffordert, dass die Läufer nochmal "Gas geben" sollen. Manche Floskeln sind einfach situativ unerträglich.
Bornheimer - am Donnerstag, 2. Juni 2005, 20:50 - Rubrik: Mehr oder minder belanglose Gedanken