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Borni soit qui mal y pense

 
Wiesbaden, 9. März 2005
Nr. 29

Zügiger Fortgang des Ausbaus der Universität Frankfurt

Wissenschaftsminister Udo Corts besucht Campus Westend und packt bei Abbrucharbeiten tatkräftig mit an

Wiesbaden / Frankfurt – Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat heute gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der Universität Frankfurt, Prof. Dr. Andreas Gold, die eingeleiteten Abbrucharbeiten auf dem Campus Westend in Frankfurt besichtigt. „Mit dem Neubau des Campus schaffen wir hervorragende Rahmenbedingungen für exzellente Forschung und Lehre in Hessen“ würdigte Corts das Bauprojekt. In diesem Zusammenhang verwies er auf das der Frankfurter Hochschule vor kurzem zuerkannte Prädikat des renommierten Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) als forschungsstarke Universität. Der Minister unterstrich den Willen der Landesregierung zum kontinuierlichen Ausbau der Universität, indem er selbst mit einem Bagger die Abbrucharbeiten unterstützte.

Auf dem ca. 10 ha großen Gelände zwischen Casino-Gebäude und Miquelallee stehen derzeit noch 13 von den Amerikanern in der Nachkriegszeit errichtete Gebäude, darunter Schul-, Verwaltungs-, und Wohngebäude, ein Bowling-Center, Hotelanlagen, eine Kantine und ein Kino. Neben den Abbrucharbeiten sind umfangreiche Rodungsarbeiten notwendig, wobei der schützenswerte Baumbestand erhalten bleibt. Sobald diese Arbeiten beendet sind, werden ab 2006 auf dem Gelände das House of Finance, das Fakultätsgebäude für die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, das zentrale Hörsaalgebäude, Studentenwohnheime und ein Anbau an das Casino errichtet.

Das Investitionsvolumen für den gesamten Ausbau der Universität Frankfurt am Campus Westend und am Campus Riedberg beträgt bis 2015 rund 600 Mio. Euro. Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurde der Architektenwettbewerb für die erste Ausbaustufe erfolgreich abgeschlossen. Am Montag dieser Woche haben Wissenschaftsminister Corts und Finanzminister Weimar dem Vergabekonzept zugestimmt, so dass der Auftrag an die ersten Preisträger erteilt werden kann. „Die Architekturbüros Kleihues, Müller & Reimann und Heide stehen für den Qualitätsanspruch der Universitätserweiterung und setzen damit deutliche

Zeichen für die Zukunft“, erklärte Prof. Dr. Gold. Gemeinsam haben Stadt und Land als Vorstufe eines Bebauungsplanes einen städtebaulichen Rahmenplan für den gesamten neuen Campus erarbeitet, in dem die Grundlagen zur Entwicklung des neuen Universitätsstandortes festgelegt werden. Die Verwirklichung des ehrgeizigen Projektes zeige, dass die Hessische Landesregierung trotz schwieriger Haushaltslage erfolgreich in die junge Generation investiere, so Corts abschließend.


So, und damit kämen wir zu meiner heutigen Portion Senf...

1.) "Ausbau [...] Abbrucharbeiten". Hübsches Bild, leider widersprüchlich.

2.) Moooomendemal - WAS kommt da hin? Ich dachte, dass der Campus Bockenheim mal gänzlich aufgegeben werden soll? Also auch das baufällige Gebäude namens "AfE-Turm", in dem die Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften gefangen gehalten werden? Wieso sind die denn bitte bei der Umzieherei, die doch recht detailliert aufgelistet ist, so merklich ausgelassen? Wieder mal ein schönes Zeichen dafür, dass Kritik unerwünscht ist und an dieser Uni ein Bündnis zwischen Jura und Wirtschaft(swissenschaften) alles durchsetzt, was im eigenen Interesse liegt, ohne Rücksicht auf dringendere sachliche Notwendigkeiten...

3.) "erfolgreich in die junge Generation investiere" - ach, und weswegen zahlen wir demnächst allgemeine Studiengebühren? Weswegen wurde versucht, der studentischen Selbstverwaltung die Finanzen zu entziehen? Das scheint mir beides alles andere als "investiv" zu sein... Aber in der Cortsschen Weißwäscherei fällt sowas ja von einem Tag auf den nächsten aus dem Gedächtnis raus und in die Nicht-Welt des selektiven Vergessens und Verdrängens hinein... Siehe auch mein gestriges Meckern in der selben Rubrik über den RCDS Hessen und seinen begeisterten Investor, äh, Förderer, den werten Herrn Staatsminister Corts, der sich von einem voll superzwörgigen Studiengebührenmodell, das die Studierenden ja sicher wollen (weil, damit investieren sie dann ja auch - auch wenn sie nix davon haben oder zukünftig gar nicht erts zu Studierenden werden...), begeistert überzeugen ließ...

Abrissbagger? Doch, ja... ein wirklich passendes Spielzeug für einen Minister, der von Investitionen redet und Bildungsabbrucharbeiten meint...