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Borni soit qui mal y pense

 
Gut, okay, ein neuer Kommilitone. Und sogar einer, der sich offensiv und öffentlich zu seinem Philosophie-Studium bekennt.

An sich erstmal was positives. ABER.

Sie gehen also brav in die Seminare und Hörsäle, machen Ihre Scheine?

"Klar. Ich studiere nicht ein bißchen rum, ich will promovieren."

Wie lange geben Sie sich Zeit bis zur Promotion?

"In vier Semestern soll es soweit sein. Neben der Uni arbeite ich privat mit einem Professor weiter."

Nur vier Semester?

"Das geht, weil ich ja schon einmal promoviert habe. Vor dem großen Finale muß ich aber noch eine mündliche Generalprüfung ablegen."


Soso... In vier Semestern? An die Uni und direkt promovieren? Interessant...

Was in dem Interview der BZ ein klein wenig untergeht, ist, dass der werte zukünftige Kommilitone Friedman nicht einschlägig, sondern in der Juristerei promoviert hat...

Ich zitiere an anderem Ort aus der Biographie des zukünftigen Kommilitonen:
Im Anschluss an sein Abitur studierte Friedman zunächst zwei Jahre Medizin, wechselte dann zu einem Studium der Rechtswissenschaften. Sein Staatsexamen legte er 1987 ab, die Promotion zum Dr. jur. erfolgte 1994 an der Universität von Mainz.


Quelle: http://www.universalstudiosnetworks.de/files/bio_michel_friedman.pdf

Man nenne mich einen Sozialneider und Pedanten, aber ich kann mir nur äußerst schwerlich vorstellen, dass im Rahmen des Studiums der Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität zu Mainz "Praktische Philosophie", "Theoretische Philosophie", "(Formale) Logik", "Geschichte der Philosophie", "Erkenntnislehre" u.s.w. verhandelt werden, also die Bereiche, in denen zum Magister im Hauptfach Philosophie Leistungsnachweise laut der Studienordnung des entsprechenden Faches an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main erbracht werden müssen.

Ich habe nichts gegen "Studierende des Zweiten Lebensalters". Ich bin selbst einer. Aber ich habe was gegen unverdiente und meines Erachtens auch nicht begründbar unfaire Extrawürste für Vorzeigeleute aus den Medien oder aus der Wirtschaft. Und das ist eine solche.

Wenn der werte zukünftige Kommilitone einen akademischen Titel hinterhergeworfen bekommen will, dann soll er bitte bei einem Fachbereich vorstellig werden, der ihm gleich eine Honorarprofessur hinterherwirft. So wie der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, der dies wohl für Herrn Ackermann von der Deutschen Bank durchdrücken will.

Aber bitte: Keine solchen widerlichen Aktionen, die indirekt anderer Leute mühselig erworbene Dr.Phil.-Titel als "Yuppie-Spielerei", die man sich ausgehend von genügend Geld nebenher mal erwirbt, abwerten... Ein Philosophie-Studium ist kein Lifestyle-Element, das man sich gleich einem teuren und damit vorzeigbaren Möbelstück kaufen kann!!!

Oder jedenfalls sollte es das nicht werden.
Anobella meinte am 6. Mrz, 12:55:
vielleicht sollte ich mich auch ...
NCOH MAL anmelden.
damals habe ich das philosophie-studium nicht weiter verfolgt, weil ich habermas akustisch und inhaltlich nicht verstand.
anobella (wach in wiesbaden)