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Borni soit qui mal y pense

 
Okay, klar, eigentlich ist StarTrek Kitsch. Und noch nicht einmal eine Sorte von Kitsch, die allgemein anerkannter Kult wäre. Vielmehr ist StarTrek vermutlich etwas für etwa 16 Jahre alte Jungs mit vielen Pickeln im Gesicht und dickgläsernen Brillen auf der Nase, die davon träumen, wie eine bessere Welt wäre, voll von Abenteuern und vor allem weit, weit weg von der Realität des Schulhofs, auf dem Leute wie sie nicht nur einfach Außenseiter, sondern sogar idealtypische Opfer darstellen.

StarTrek, das sind Serien für Knurds. Oder für Geeks. Oder wie auch immer man diejenigen nennen will, die ihre mangelnden Sozialkontakte durch möchtegernintellektuelle Träumereien (um nicht zu sagen: durch Realitätsflucht für ewige männliche Jungfrauen) emotional zu kompensieren versuchen.

Nicht, dass das wirklich gelingen würde - aber jedenfalls zog StarTrek (bzw., die bunte Welt des StarTrek-Merchandising) diese nicht sonderlich sozial akzeptierte und auch nicht gerade ästhetisch wirkende Minderheit, die ich oben beschrieben habe, seit den 60er Jahren immer wieder geradezu magnetisch an.

Nun ist es damit vorbei. Jedenfalls was "neuen Stoff" angeht. UPN, der US-Sender, der die Erstausstrahlungsrechte der aktuellen Serie "StarTrek: Enterprise" besitzt, und Paramount Pictures sind zur Auffassung gelangt, dass 2,9 Millionen Amerikaner für Freitagabend, 8 PM EST, einfach zu wenig Zuschauer sind.


Dagegen rührt sich in den USA schon ein wenig Widerstand, z.B. bei SaveEnterprise.com und The Enterprise Project. Ob allerdings andere als rein ökonomische Erwägungen (d.h., Einnahmen durch Werbezeitenverkauf) UPN oder wen auch sonst immer zur Fortsetzung der Saga bringen, sei dahingestellt.

Etwas seltsam mutet es an, dass Leute angeben, Spenden für die Fortführung der Produktion sammeln zu wollen. Riecht ein wenig nach Bauernfang - mit Nerds kann man es ja machen...

Ja, ich BIN ein Trekkie. Allerdings kein radikaler, der auf Conventions fährt, ausschließlich den Vulkaniergruß verwendet und seltsame Polyester-Uniformen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit trägt... Mehr so die theoretische und ausgesprochen undogmatische Version.

Und ich für meinen Teil will es einfach nicht, dass diese Serien einfach so "wegen der Quoten" gekillt werden. Auch wenn ich damit im Grunde genommen nur dokumentiere, dass ich wohl nie erwachsen und vernünftig werde.

Eigentlich stellt sich für mich sogar paradoxerweise die Frage, ob man in einer Welt, die Werbeeinnahmen über eine endlich besser werdende Storyline stellt, überhaupt erwachsen werden sollte.

Ein nicht gerade einflussloser Teil von mir sträubt sich gegen den Gedanken, als "erwachsen" akzeptiert zu sein auf der Grundlage einer unkritischen Übernahme rein monetärer, kurzfristiger "Werte".

Aber da ich ja sowieso nicht existiere... [siehe vorhergehenden Beitrag vom 16.02., 22:56 Uhr, aus der Rubrik "Fallobst"]